Risikomanagement

Risiko bezeichnet die Möglichkeit, dass ein nachteiliges Ereignis eintritt. Eine Betrachtung in fünf Schritten:

Risiko identifizieren

Beschreiben und identifizieren des Risikos. Worum handelt es sich?

Hier: Der Architekt kann einen Fehler machen, der zu einem Schaden führt.

Man verlangt von ihm Schadensersatz.

Damit  steht er vor der Prüfung der Schadensersatzforderung (hafte ich? bin ich schuld?) und daraus folgend der Abwehr des Anspruchs und/oder der finanziellen Belastung durch  Zahlung von Schadensersatz.

Das Risiko des Architekten ist:  Er ist plötzlich und unerwartet einer möglicherweise sehr hohen Geldforderung und einem Rechtsstreit ausgesetzt.

Risiko bewerten

Risken können bewertet werden nach:

  • der Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens
  • der Tragweite ihres Schadenpotentials

man kann sie dann:

  • minimieren
  • weiterreichen/ auslagern
  • akzeptieren

Risiko minimieren

  • sorgfaltiges Arbeiten
  • gute Dokumentation (Bautagebuch, Checklisten)
  • überlegte Organisation: z.B. immer das gewünschte Ergebnis und den nächsten physischen Schritt festlegen
  • Tätigkeiten sortieren nach Art: z.B. telefonieren, schreiben, prüfen, mit bestimmter Person besprechen
  • alle mehrschrittigen Vorgänge auf eine Projektliste setzen damit man sie im Blick behält
  • Checklisten entwickeln für wiederkehrende Arbeiten
  • systematische Wiedervorlage für delegierte Aufgaben einrichten
  • Anwendung von Methoden zum Qualitätsmagement, z.B. six sigma, Kaizen, KVP (kontinuierlicher Verbesserungsprozess), GTD (getting things done, David Allen), ISO Zertifzierung
  • transparente Kommunikation nach innen und nach außen
  • Controllingmaßnahmen
  • überschaubare schrittweise Beauftragung durch den Bauherren, geregelt in Verträgen die die – Aufgaben umfassend klar und auf das konkrete Bauvorhaben bezogen regeln
  • Architektenvertrag auf Haftpflichtversicherung abstimmen
  • Weiterbildung
  • Sammeln von Erfahrungen
  • Schäden und Fehler analysieren

Risiko weiterreichen/ auslagern

Das Risiko gegen Zahlung einer festgelegten Prämie an einen externen Risikoträger weiterreichen, mit anderen Worten: Versichern.
Neben der Versicherung eigener Risiken sollte man auch darauf hinwirken, dass alle Lieferanten, Sub- und Partnerunternehmen ihre Risiken versichern.
Prozessrisiken kann man teilweise gegen Vereinbarung einer Erfolgsbeteiligung an einen Prozessfinanzierer weiterreichen.

Risiko akzeptieren

Akzeptieren muss man Risiken, die nicht weiter minimiert oder die nicht weitergereicht werden können:

  • Das unternehmerische Erfolgsrisiko
  • Schadenersatzansprüche, die die versicherten Deckungssummen überschreiten
  • Kosten von Selbstbeteiligungen aus Versicherungsverträgen
  • Kosten für nicht versicherte Schäden
zuletzt aktualisiert 25.01.2016