Büro- und Elektronikversicherung für Architekturbüros: Mehrkosten oder Ertragsausfall versichern?

Wenn ein Architekturbüro eine Büro-/ Elektronikversicherung abschließen möchte, taucht in diesem Zusammenhang oft die Frage auf: Ersatz der schadenbedingten Kosten und/ oder des entgangenen Gewinns?

sinnvoll ist die Mehrkostenversicherung:

Versichert sind hier schadenbedingten Mehrkosten wie Anmietung von Ersatzräumen,  Ersatzgeräten, Zusatzkosten für Überstunden und Wochenendarbeit etc.

weniger sinnvoll ist die Ertragsausfallversicherung (Betriebsunterbrechungsversicherung):

Für ein Planungsbüro bedeutet ein Schaden in der Regel keinen Ertragsausfall – verlorene Zeit kann eingearbeitet werden, die Tätigkeit kann vorübergehend an einem Ausweichort stattfinden, die Einnahmen sind schwankend und der Nachweis dass bestimmte Einnahmen die im Vorjahr erzielt wurden auch in diesem Jahr wieder erzielt werden, kann schwierig sein. Von daher sehen wir hier keinen Bedarf für kleine und mittlere Büros. Bei Großbüros stellt sich das u.U. anders dar.

 

Fehler vermeiden, nicht nur wegen der Architekten Haftpflichtversicherung

Sie wissen, dass Sie jederzeit mit einem Rechtsstreit oder einer hohen finanziellen Forderung / Schadenersatz konfrontiert werden können.  Dieses Risiko – die Klärung, den Streit, die Kosten, die Zahlung der Entschädigung – das lagern Sie aus an einen externen Risikoträger gegen Zahlung einer festgelegten Prämie, an eine Haftpflichtversicherung.

Das ist jedoch nur ein Punkt im Umgang mit diesem Risiko. Genauso wichtig ist eine Strategie zur Fehlervermeidung. Das ist ein weites  Feld und betrifft nicht nur den Architekten.

Punkte sind:

Spezialisierung, Weiterbildung, Erfahrung sammeln

Einsatz von Routinen und Checklisten

Aus Fehlern lernen – KVP – Kontinuierlicher VerbesserungsProzess

Eindeutige Verträge mit Auftraggebern

Wasserdichtes Organisationssystem das REGELMÄSSIG überprüft und aktualisiert wird, bedenken Sie: Ihr Gehirn ist kein Listenmanager, Wiedervorlagesystem oder Kalender. „Your mind ist not to hold ideas, your mind is to have ideas“ (David Allen) – und diese Freiheit schaffen Sie ihm nur durch ein angemessenes und absolut verlässliches Organisationssystem außerhalb Ihres Kopfes.

Präsenz und Präsenztraining im Alltag

Sie sind mit dem Bauherren wirtschaftlich, rechtlich oder verwandtschaftlich verbunden: Versicherungsschutz?

Beispiel: Ein Architekt plant und bauleitet das Haus an dem er und seine Frau 100% Eigentum hält und bei dem er einen Teil der Wohnungen als Bauträger verkaufen will. Aufgrund eines Planungsfehlers stürzt ein Balkon ab. Ein Passant wird verletzt und ein darunter parkendes Kfz wird beschädigt.

Ist er haftpflichtversichert über seine Berufshaftpflichtversicherung ? Nein, denn er ist Mit-Bauherr und er ist zudem als Bauträger gewerblich tätig.

Dass der Bauwerksmangel als „Eigenschaden“ nicht versichert ist, kann nachvollzogen werden. Wie ist es jedoch mit den Ansprüchen aus Personen- und aus Sachschaden (am Kfz)?  Sind diese über die Betriebs-/Bürohaftpflichtdeckung die auch in einer Berufshaftpflichtversicherung mitversichert ist, abgedeckt? Das ist fraglich, auch von Versicherer zu Versicherer. Wir befinden uns hier in einer Klärungsphase, später dazu mehr.

Deckung über die Bauherrenhaftpflichtversicherung? Nicht über die in der Berufshaftpflicht oft enthaltenen Bauherrenhaftpflichtversicherung, denn diese stellt ab auf rein private Bauherrenschaft. Über eine separate Bauherrenhaftpflichtversicherung besteht Deckung,  wenn dort der Einschluss „der Bauherr plant und bauleitet selbst“ erfolgte.

Ist jedoch die Ehefrau alleinige Bauherrin, kann sie diese Erweiterung der Bauherrenhaftpflichtversicherung nicht erhalten, denn die oben genannte Klausel gilt nur für den Bauherren selbst, dann besteht für diesen Personen/ Sachschaden am Kfz also kein Versicherungsschutz.

Hier muss also eine sehr genaue Betrachtung erfolgen mit entsprechender Abstimmung mit den Versicherern.

 

Neues Bauvertragsrecht ab 1.1.2018, BGB Änderungen für Architekten/ Ingenieure

Auswirkungen auf Haftung und Berufshaftpflichtversicherung?

zum 1.1.2018 wird das Grundgesetz geändert, das „Neue Bauvertragsrecht“ wird eingeführt. Es wird spezielle Vorschriften für den Architekten/ Ingenieurvertrag geben, es wird klargestellt, das das Werkvertragsrecht und einzelne  Normen des Bauvertragsrechts auch für Architekten gelten.

Ob maßgebliche Auswirkungen auf die Haftung/ Haftpflichtversicherung der Architekten entstehen, bleibt abzuwarten, erkennbar ist es nicht.

„Zielfindungsphase“: nach § 650p Abs. 2 BGB „Vertragstypische Pflichten aus Architekten- und Ingenieurverträgen“ kann diese dem eigentlichen Architektenvertrag vorgeschaltet werden. Das wird  zur Klarheit und zu einer reibungsloseren Zusammenarbeit in den weiteren Projektphasen beitragen und damit Streit/ und schadenmindernd wirken.

Der neue § 650t BGB „Gesamtschuldnerische Haftung mit dem bauausführenden Unternehmer“ gibt der Nacherfüllung durch den Unternehmer ein stärkeres Gewicht. Ob das jedoch zu einer geringeren Inanspruchnahme des Architekten führt ist noch offen. Möglicherweise führt es nur zu einer Zeitverzögerung, denn ist die Frist abgelaufen und hat der Unternehmer nicht reagiert, liegt der Ball  unverändert wieder beim Architekten.

 

Büroübergabe, Büroübergang an Nachfolger, Einschluss eines neuen Partners – Architektenhaftpflichtversicherung was beachten?

Wenn Sie Ihr Büro an einen Nachfolger übergeben wollen oder wenn Sie einen neuen Partner hinzu nehmen wollen stellt sich immer auch die Frage: Wie gehe ich mit der Berufshaftpflichtversicherung um?

In der Berufshaftpflichtversicherung des Architekten gilt als der für die Versicherungsleistung relevante Zeitpunkt, also der Versicherungsfall, der Verstoßzeitpunkt , der Zeitpunkt an dem der Fehler gemacht wurde der zu dem späteren Schadenersatzanspruch führte (auch wenn das vielleicht alles nur Behauptungen des Anspruchstellers sind).

Wenn Sie also den Versicherungsvertrag umschreiben lassen auf den Büronachfolger oder auf die Gesellschaft die nun den neuen Partner miteinschließt, kann es sein – Long Tail Risiko in der Architektenhaftung – dass ein Schaden den Sie als Einzelarchitekt vor Jahren verursacht haben zu einer Schadenmeldung führt zu einem Zeitpunkt wo Sie schon ausgeschieden sind oder die Partnerschaft mit dem neu hinzugekommenen Kollegen besteht.

Wenn Sich jetzt aufgrund dieses Schadens eine Verschlechterung der Konditionen des Versicherungsvertrages ergibt, geht das zu Lasten des Nachfolgers, der neuen Gesellschaft einschließlich neuen Partners.   Das kann eintreten z.B. bei sehr hohen Schadenzahlungen oder bei einer hohen Schadenfrequenz.   Die Prämie steigt, die Selbstbeteiligung wird erhöht, schlimmsten Falles wird der Vertrag gekündigt. Nach Schadenabwicklung steht allen Parteien bedingungsgemäß das Recht zu den Versicherungsvertrag zu kündigen.

Um hier vorzusorgen, sollte entweder bei Versicherungsnehmerwechsel ein neuer Vertrag abgeschlossen und der bisherige beendet werden. Oder es sollten Vereinbarungen getroffen werden, wie der Ausgleich solcher Nachteile durch den Alteigentümer des Büros übernommen werden kann. Abgrenzung der Leistungen: Ab wann ist bei bestimmten Projekten der neue Büroeigentümer verantwortlich? Schnittstelle. Wie werden die finanziellen Lasten geregelt die sich aus Altschäden ergeben, auch ggf. nicht versicherten, soweit dafür gehaftet wird?

Da heute in der Regel oft eine zeitlich unbegrenzte Nachhaftung des Versicherers ab Ende eines Versicherungsvertrages vereinbart werden kann oder schon grundsätzlich bedingungsgemäß versichert ist, was früher oft nicht möglich war, empfiehlt es sich oft, den bisherigen Versicherungsvertrag zu beenden und einen neuen Vertrag abzuschließen. Das hängt jedoch auch von den Konditionen/ Prämien ab und von der klaren Trennung von Leistungen bei aktuellen Projekten, denn die Bearbeitung von Schadenfällen mit 2 Versicherern gleichzeitig ist oft schwierig.

Streitbeilegungsverfahren vor Verbraucherschlichtungsstellen versichert über die Berufshaftpflichtversicherung des Architekten?

Seit Februar 2017 müssen auch Sie als Architekten Ihre Kunden – sofern diese Verbraucher sind – auf die Möglichkeiten hinweisen wie Streitigkeiten im Zuge der Neuregelung die das Verbraucherstreitbeilegungsgesetz (VSBG) mit sich bringt, gelöst werden können, über ein dort festgelegtes Streitbeilegungsverfahren.

Die Information, dass Sie dazu bereit sind, muss auf Ihrer Website mitgeteilt werden. Sie sind nämlich – auch als Freiberufler – ein Unternehmer im Sinne dieses Gesetzes. Genauer siehe die einschlägigen Websites/ Informationsportale.

Grundsätzlich bestehen keine Einwände zum Haftpflicht-Versicherungsschutz. Allerdings muss es sich um eine Streitsache handeln die in den versicherten Bereich fällt und der Versicherer muss dem Verfahren vor dessen Einleitung zustimmen. Die allgemeinen Obliegenheiten in einem Schadenfall müssen eingehalten werden. Also bitte immer erst die Zustimmung des Versicherers einholen, bevor ein solches Streitbeilegungsverfahren eröffnet werden soll. Der Versicherer muss die Hoheit über das Verfahren haben.

 

Architektenhaftpflichtversicherung – alle Dokumente selbst und in Papierform aufheben

Alle Unterlagen die Ihren Versicherungsschutz dokumentieren, sollten Sie dauerhaft in Papierform aufbewahren.

Warum? Das Risiko einer Schadenersatzforderung ausgesetzt zu sein ist für Architekten sehr langfristig. Wenn Sie heute einen Fehler machen, einen Verstoß begehen, Planungsfehler, unterlassene oder falsche Anweisung auf der Baustelle, versehentliche oder gar bewußte Abweichung von Vorschriften oder von Regeln der Technik,  wird u.U. erst viele Jahre später daraus ein Schadenersatzanspruch. Versicherungsschutz wird jedoch in der Architektenhaftpflichtversicherung nach dem Verstoßprinzip gewährt, in dem Umfang also in dem Sie zum Verstoßzeitpunkt versichert waren.

Nun haften Sie nicht nur nach Werkvertrag 5 Jahre,  sondern unterliegen auch in vielen Fällen der regelmäßigen Verjährung die eine Höchstfrist von 10 Jahren bzw. von 30 Jahren kennt, z.B. bei einem Personenschaden, bei Verletzung einer Sachwalterpflicht, bei einem Sachmangel der Folge eines Baumangels ist oder auch wenn Ihnen Arglist unterstellt  wird.

Unter Umständen sind die Unterlagen die den Umfang des Versicherungsschutzes zum Zeitpunkt des Verstoßes/ Fehlers vor z.B. 15 Jahren dokumentieren dann bei Ihrem Versicherungsmakler oder bei Ihrem Versicherer nicht mehr vorhanden oder – was noch problematischer ist: Sie geraten in Streit mit Ihrem Versicherer weil dieser den Versicherungsschutz versagt. Nun wollen Sie beweisen, dass Sie Anrecht auf Versicherungsschutz haben – der Versicherer wird Ihnen dabei weder mit Auskünften noch mit Unterlagen zur Verfügung stehen. Sie müssen selbst mit Ihren Dokumenten darlegen können. Ob Sie diese dann noch in Ihren elektronischen Unterlagen wiederfinden und ausdrucken können?

Deshalb: Besser jetzt ausdrucken und in Papierform aufbewahren, auch wenn das vielleicht nicht so angesagt ist im digitalen Zeitalter.

Schäden aufgrund von Asbest, wie verhält es sich bei Versichererwechsel?

bekanntlich (?) sind in der Architektenhaftpflichtversicherung Schadenersatzansprüche wegen Asbest nicht vollumfänglich versichert, sondern ganz ausgeschlossen oder per Klausel  -oft mit speziellen Regelungen – eingeschlossen. Speziell ist neben der oft niedrigeren Versicherungssumme die Definition des Versicherungsfalles, sowie die Regelung der Nachhaftung.

Wenn  Sie nun den Versicherer wechseln, haftet der bisherige Versicherer für Schadenersatzansprüche wegen Asbest ggf. nicht nach: Beispielsweise endete der Vertrag am 1.1.2017 und am 1.5.2017 erreicht Sie ein Schreiben:  bei der Objektbegehung am 10.10.2016 haben Sie keinerlei Hinweise auf die Möglichkeit gegeben, dass in diesem Bestandsbau Asbest verbaut sein kann. Es wurde keine Begutachtung empfohlen, es wurde keine Kostenposition Asbestentsorgung aufgestellt. Nun teilen Sie uns mit, dass bei den Bauarbeiten eine erhebliche Asbestkontamination festgestellt wurde. Wir machen Sie rein vorsorglich schadenersatzpflichtig da uns durch die Nachbeauftragung neben Sowiesokosten erhebliche zusätzliche Kosten entstehen werden.

Der Versicherer der Sie bis zum 1.1.2017 versicherte, wird – die entsprechende Klausel zitierend – mitteilen, dass er keinen Versicherungsschutz bietet. Ob der neue Versicherer Versicherungsschutz bietet hängt von seiner Asbestklausel ab.

Fazit: prüfen Sie bei einem geplanten Versichererwechsel  beide Asbest-Klauseln genau.  Wägen Sie das Risiko einer Schadenersatzforderung wegen Asbest dagegen ab.

in der Berufshaftpflichtversicherung ist eine Privathaftpflichtversicherung prämienfrei enthalten – ist das sinnvoll?

in einigen Berufshaftpflichtversicherungsverträgen ist eine Privathaftpflichtversicherung prämienfrei enthalten. Vorteil: finanzielle Ersparnis.  Bedenken muss man aber, dass Schäden aus dem privaten Bereich von den Versicherern nicht separat gewertet werden. Sie werden zwar als Privathaftpflichtschäden gekennzeichnet, fließen aber genau wie Schäden aus der beruflichen Sphäre in die Rentabilitätsbewertung des Vertrages mit ein.

Wenn es dann um eine sogenannte Vertragssanierung geht – sprich Prämienerhöhung oder Erhöhung der Selbstbeteiligung – kann solch ein Privathaftpflichtschaden durchaus das Zünglein an der Waage sein.

Das ist besonders ärgerlich wenn mehrere Architekten gemeinsam versichert sind und einer Kinder hat die den ein oder anderen Schaden verursachen, die anderen Partner jedoch privat schadenfrei sind. Es empfiehlt sich deshalb meistens privat und beruflich zu trennen und separat eine eigene Privathaftpflichtversicherung zu unterhalten.

Versichert oder nicht versichert? Fragen Sie Ihren Anwalt oder Ihren Versicherungsmakler?

Versicherungsmakler erklären Ihren Kunden was alles versichert ist. Sie betreuen zig Versicherungsverträge über Jahre und stellen fest, dass eigentlich jeder Schaden auch versichert ist, oder oft die Möglichkeit besteht den Versicherer nach anfänglicher Ablehnung doch noch ins Boot zu bekommen, zumindest teilweise.

Anders wenn Sie mit Ihrem Baurechtsanwalt sprechen, der wird Ihnen aufzählen – aus Erfahrung mit seinen Mandanten – was alles NICHT versichert ist.

und da hat er auch Recht. Nicht versichert, Beispiele:

unerlaubte Rechtsberatung:

Der Architekt übernimmt eine über sein Berufsbild hinausgehende Rechtsberatung, z.B. zu Verträgen mit ausführenden Firmen.

Bewusster Verstoß/ bewusst pflichtwidriges Verhalten:

Der Architekt verstößt bewusst gegen Regeln der Technik. Im Bestandsbau fast nicht zu umgehen. Hier ist es sinnvoll sich vom Bauherren von der Haftung freistellen zu lassen, manche Versicherer bieten dann unter dieser Voraussetzung auch Versicherungsschutz. Im Neubau taucht das Problem z.B. bei dem Versuch auf die Schwellenhöhe einer Balkontüre rollstuhlgerecht und dennoch so zu planen dass auch bei starkem Regen/ Sturm  kein Wasser ins Gebäude dringt, unter Einhaltung aller Normen. Auch hier ist sollten Sie sich mit dem Versicherer abzustimmen, unter welchen Umständen doch Deckung geboten werden kann.

Verstoss gegen Basiswissen/ Elementarwissen:

Keine Entschuldigung wird akzeptiert, und damit kein Versicherungsschutz, wenn der Architekt gegen Basiswissen seines Berufsstandes verstößt und sich daraus ein Schadenersatzanspruch ergibt. Es gilt dann die Fiktion des bewussten Verstoßes: Bauen ohne Baugenehmigung, Freigabe einer ungeprüften Rechnung,  abweichen von einer genehmigten Planung, nicht erkennen eines offensichtlichen Mangels, nicht anwesend sein auf der Baustelle bei einer gefahrgeneigten Arbeit.

Fristen und Termine:

Der Architekt hält eine eigene Frist nicht ein: Pläne kommen verspätete auf die Baustelle, Bauvorhaben wird später fertig. Bauherr macht entgangene Miete geltend. Vereinbarungen aus Verträgen die über die gesetzliche Haftung hinausgehen sind nicht versichert. Warum? Sonst könnte jeder alles Mögliche vertraglich vereinbaren in der Gewissheit, dass im Falle einer Nichterfüllung die Versicherung zahlt.

Kostenüberschreitung:

Der Bauherr verlangt vom Architekten Schadenersatz wegen Baukostenüberschreitung. Dabei beruft er sich auf die Vereinbarung im Architektenvertrag zu einer Baukostenobergrenze als Beschaffenheitsvereinbarung und damit vertraglicher Hauptpflicht. Kein Versicherungsschutz weil es hier nicht um gesetzliche Ansprüche geht sondern um Ansprüche aus einer vertraglich vereinbarten Haftung die über die gesetzliche Haftung hinausgeht.

Konfliktlösung jenseits der gesetzlichen Regelungen:

Architekt und Bauherr vereinbaren eine Streitschlichtungsklausel. Der Bauherr beruft sich darauf, der Versicherer lehnt es ab sich damit zu beschäftigen. Versicherungsschutz setzt in der Regel voraus, dass der ordentliche Rechtsweg offen steht.

Prämienzahlungsrückstand:

Grundsätzlich kein Versicherungsschutz wenn Sie zum Verstoßzeitpunkt, als Sie den Fehler gemacht haben der den Schaden auslöste, mit Ihrer Versicherungsprämie im Rückstand waren.

Katastrophe also sicher?

Halten wir uns an den amerikanischen Schriftsteller Mark Twain: „ich habe in meinem Leben unvorstellbar viele Katastrophen erlebt – die meisten sind nicht eingetreten.“ Wäre es anders, würde der Versicherungsgedanke nicht funktionieren, wären Versicherungen unbezahlbar  oder überhaupt unmöglich.

Was alles gut geht – darüber spricht keiner.